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Samstag, 12.04.2014
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Die Wahl des richtigen Geschäftskontos

Mit der Selbständigkeit stellt sich auch die Frage nach einem Geschäftskonto. Dies ist auf jeden Fall sinnvoll, denn private Zahlungsvorgänge sollten der Transparenz und Übersichtlichkeit halber unbedingt von geschäftlichen Zahlungsvorgängen getrennt werden. Oft hat man als Selbständiger die Möglichkeit, entweder ein klassisches Geschäftskonto zu führen oder ein Girokonto als Geschäftskonto zu führen. Bei der Wahl des richtigen Kontos spielen Kriterien wie Kontoführungsgebühren, Zinsen, Transaktionsgebühren und steuerliche Aspekte eine Rolle.


Tagesgeld

In Zeiten der Niedrigzinspolitik wirft Geld auf einem Girokonto kaum noch Zinsen ab.  Profitiert man als Unternehmer von einem Zahlungsziel, d. h. wird einem vom Lieferanten eine bestimmte Zahlungsfrist eingeräumt, dann ist es nicht sinnvoll, das Geld zur Bezahlung der Rechnung auf dem Girokonto zu halten. Auf einem separaten Tagesgeldkonto geparkt, wirft es hingegen einen leichten Zinsgewinn ab. Die Geldhäuser unterscheiden grundsätzlich zwischen Privat  und Geschäftskunden, wobei letzteren stets schlechtere Konditionen eingeräumt werden.

 

 

 

Versteuerung von Zinsen

Zu beachten ist, dass die Besteuerung bei expliziten Firmenkonten anders als bei einem Privatkonto ist. Während beim Privatkonto pauschal 25 % von den Zinsgewinnen abzüglich eines Freibetrages abgezogen werden, fließen die Zinsen auf dem Firmenkonto in die Gewinn  und Verlustrechnung des Unternehmens mit ein. Insofern erhöhen sie den zu versteuernden Gewinn und sind gewerbesteuerpflichtig. Auch auf die IHK Beiträge haben sie demgemäß Einfluss. Wann immer möglich sollte das Tagesgeldkonto als Privatkonto geführt werden: Erstens, um hohe Kontoführungsgebühren zu umgehen und zweitens, um die Besteuerung von Zinsgewinnen als Unternehmensgewinne zu vermeiden.

 

Girokonto unverzichtbar

Ungeachtet dessen, ob es sich um einen Freiberufler oder einen Gewerbetreibenden handelt, ein Girokonto ist für jeden Unternehmer unverzichtbar. In der Regel zeichnen sich gewerbliche Girokonten durch eine höhere Kontoführungsgebühr aus. Die Banken rechtfertigen dies mit den häufigen Geschäftsvorfällen bzw. Zahlungsvorgängen. Personengesellschaften, vielmehr Einzelunternehmer, können diese Kostenfalle umgehen; sie können das Girokonto ohne Rückschlüsse auf eine gewerbliche Nutzung unter ihrem privaten Namen führen, weil ihr Privatname Teil der Firma (Geschäftsbezeichnung) ist. Dies ist angesichts dessen, dass die Banken in Sachen  Kontoführungsgebühren wenig kompromissbereit sind, ein vernünftiger Schritt. In der Vergangenheit hat sich zudem gezeigt, dass von den Banken in der Regel keine nachträgliche Umstellung auf ein Firmenkonto gefordert wird.
Es sollte bei der Wahl eines geeigneten Girokontos also zum einen dessen Leistungsumfang genau betrachtet werden und zum anderen die Möglichkeit, es als Privatkonto zu führen.

 

Keine Kontoüberziehungen möglich

Aufgrund der verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken im Rahmen von Basel II ist es so gut wie unmöglich, das Konto zu überziehen. Unternehmer müssen also stets darauf achten, dass ihr Geschäftskonto ausreichend gedeckt ist. Was Geschäftskonten betrifft, die als solche auch explizit geführt werden, haben die Banken aufgrund der gesetzlichen Regeln keinen Handlungsspielraum, d. h. ungenehmigte Kontoüberziehungen werden nicht akzeptiert. Bei Privatkonten haben die Bankmitarbeiter hingegen einen gewissen Ermessensspielraum.

 

Kredite

Wenn es um die Beantragung eines Kredites geht, dann beißen Selbständige, besonders Kleinunternehmer, bei den Banken oft auf Granit. Die Notwendigkeit, einen Kredit aufzunehmen, ergibt sich jedoch oft, ob es sich nun um eine neue Computeranlage oder ein neues Firmenfahrzeug handelt.


Ratenkredite werden heutzutage nach einem standardisierten Muster vergeben. Bei Selbständigen ist dieses Verfahren aufwendiger, da es keine Gehaltsnachweise gibt und auch keine Gehaltsabtretungen möglich sind. Die Bonität eines Selbständigen wird durch die Analyse der Gewinn  und Verlustrechnung seines Unternehmens ermittelt. Zudem müssen Kreditsicherheiten gestellt werden. Vielen Kreditinstituten ist dieser Aufwand, gemessen an der Rendite, zu hoch, und der Antrag wird abgelehnt. Investitionskredite werden in der Regel erst ab einer bestimmten Kredithöhe gewährt. Im Falle eines erfolgreichen Kreditantrages ist zudem die Zinsbelastung immer höher als bei Privatkunden bzw. nicht selbständig Beschäftigten. Alternativ bietet sich nur die Suche nach speziellen Online Krediten für Selbständige oder nach Direktbanken mit speziellen Kreditangeboten für Selbständige an.

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